| Frühförderung im Kinderhaus Weinheim e.V. Wissenschaft und Politik sind sich weitgehend einig, dass die wichtigen Vorschuljahre genutzt werden müssen – die Frage ist, wie lässt sich diese Anforderung in die Praxis umsetzen. Die Kindergartenzeit ist die Zeit, in der Kinder an ihren Fundamenten bauen. Kinder wollen in dieser Zeit forschen, entdecken und lernen. Das pädagogische Konzept des Kinderhauses unterstützt sie dabei. Es werden die Jahre genutzt, in denen Kinder mit Leichtigkeit lernen. Im Rahmen von Projekten bekommen die Kinder Gelegenheit, durch das Verbinden von Spielen und Lernen ihre Fähigkeiten in den verschiedenen Bereichen der Sprache, Motorik, Kognition sowie der emotionalen und sozialen Kompetenz zu erweitern. |
Die Projekte (siehe Projekte) erstrecken sich meist über einen längeren Zeitraum (1/2 Jahr) und werden auf verschiedenen Ebenen, mit allen Sinnen betrachtet:
Kognitiver Bereich:
Wir legen großen Wert auf die Sprachförderung, z. B. durch Stuhlkreise, Lese- und Erzählstunden, Bilderbuchbetrachtungen sowie den wöchentlich stattfindenden Englischunterricht.
Die Kinder bekommen auf diese Art zu unterschiedlichen Zeiten im Wochenablauf die Möglichkeit, Erlebtes, Gehörtes oder was Ihnen sonst in Erinnerung geblieben ist zu erzählen (verbale Artikulierung, Sprachförderung und Förderung der Konzentrationsfähigkeit).
Der Englischunterricht wird seit Januar 2003 angeboten. In Kleingruppen mit je 7 Kindern, jeweils einer Erzieherin und einer externen Englischlehrerin. Das Gelernte wird während der Woche wiederholt und somit vertieft. Der Englischunterricht erfolgt themenbezogen und spielerisch. Altersgerechte Hausaufgaben helfen dabei, das Gelernte zu wiederholen (Lernen durch Wiederholung).
Durch den spielerischen Umgang mit dem Lernen machen die Kinder positive Erfahrungen, was das Lernen an sich fördert. Eine gute Basis für die Schule und das spätere Leben.
Bei dem kognitiven Bereich steht immer das spielerische, selbsttätige, entdeckende, exemplarische Erfahrungslernen im Vordergrund.
Förderung im motorischen Bereich:
Es werden verschiedene Bastelarbeiten zum jeweiligen Thema durchgeführt, die jedes Kind erledigen muss. Der Zeitrahmen der Fertigstellung ist allerdings je nach Alter unterschiedlich. Die Kinder werden hierbei auch zu Aufgaben herangezogen, die ihnen u. U. nicht liegen, wie z. B. ausschneiden, kleben, malen. Sie erhalten eine ihrem Alter und ihren Fähigkeiten entsprechende Betreuung und ihrem Entwicklungsstand angemessene Anregungen.
Die Kinder sind jeden Tag längere Zeit draußen. Durch das Außengelände, Spaziergänge zu nahe gelegenen Spielplätzen und Ausflügen haben die Kinder viel Bewegung und unterschiedliche Muskelgruppen werden beansprucht (Rennen, Klettern, Bobbycar u.ä. fahren, Sandspiele etc).
Ausflüge werden passend zum jeweiligen Thema veranstaltet, z. B. organisierten die Erzieherinnen zum Thema Märchen eine Märchenrallye zwischen den Weinheimer Burgen, bei der die Kinder Aufgaben zum Thema Märchen lösen mussten.
Neben den gelenkten Aktivitäten und Spielen haben die Kinder auch ausreichend Gelegenheit zu selbst initiierten Aktivitäten.
Soziale und emotionale Fähigkeiten:
Besonderes Augenmerk wird auf die Entwicklung des Sozialverhaltens und des Konfliktverhaltens gelegt.
Die Kinder helfen sich gegenseitig beim gemeinsamen Frühstück und Mittagessen (Kinder schmieren anderen das Brot, reichen sich Sachen, die sich nicht erreichen können), Tischmanieren werden gelernt – wie isst man, wie gebraucht man das Messer- und was bedeutet gesunde Ernährung (in Kindergarten wird vollwertig und vegetarisch ernährt).
Auf diese Weise lernen die Kinder Rücksichtnahme, Höflichkeit, Tischsitten und den verbalen Austausch in der Gruppe.
Die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen, indem sie z. B. in Alltagsaktivitäten wie Tischdecken, feste Dienste und Aufräumen einbezogen werden.
Die verschiedenen Aufgaben unterstützen die Unabhängigkeit und Kompetenz der Kinder.
Die Förderung wird durch einen geregelten Tagesablauf und Wochenablauf unterstützt, die Kinder wissen was kommt und erlangen damit eine große emotionale Sicherheit. Diese Sicherheit wird auch durch die festen Regeln erreicht, die die Kinder kennen und auf deren Einhaltung sich gegenseitig achten.